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29.07.2010
Ferienjobber sind erneut gefragt
Ortenauer Unternehmer haben wieder eingestellt / Gleicher Trend im Land / Leiharbeiter keine Konkurrenz

Ferienjobber sind nach dem Krisenjahr 2009 wieder gern gesehene Arbeitskräfte bei den Unternehmen in der Ortenau. Der Kreis bestätigt damit die Tendenz des Landes.

Ortenau. Der Arbeitsmarkt für Ferienjobber ist wieder da. In Kreis und Land scheint das Krisenjahr 2009 überwunden, als aufgrund von wirtschaftlichen Engpässen viele Unternehmen auf die Einstellung von Schülern, Werkstudenten oder Kindern von Mitarbeitern verzichtet hatten.

Bei Sander Umformtechnik in Renchen-Ulm werden sich zum Beispiel diesen Sommer rund 20 Ferienjobber ein paar Euro dazuverdienen können. Genausoviele wie auch 2008. »Nur im vergangenen Jahr haben wir wegen der Kurzarbeit im Betrieb auf Ferienjobber ganz verzichtet«, sagt Personalleiter Bernd Golling.

Genauso verhält es sich bei der Zimmer GmbH Technische Werkstätten in Rheinau: wirtschaftsbedingt keine Ferienjobber in 2009, dieses Jahr wieder knapp 20. »Wir hatten bisher immer zwischen 40 und 50 Ferienjobber bei uns eingestellt«, sagt Silvana Romito aus der Personalabteilung. Mit der einsetzenden wirtschaftlichen Erholung könne diese Zahl voraussichtlich Jahr für Jahr nach oben korrigiert werden.

Acht Ferienjobber gegenüber null im vergangenen Jahr vermeldet Tesa für Offenburg, fünf bis acht sind bei Hiller Objektmöbel in Kippenheim vorgesehen. »Wir arbeiten mit Ferienjobbern und Leiharbeitern, das ist keine Konkurrenz«, berichtet auf Nachfrage Kirsten Klein, Assistentin der Hiller-Geschäftsführung.

Gute Erfahrungen

»Ferienjobber bleiben meist nur wenige Wochen, denen geben wir die Jobs, wo das Einarbeiten schnell geht«, sagt Golling. Für die Jobs, bei denen spezielle Qualifikationen erforderlich seien, würde das Unternehmen meist auf Zeitarbeiter zurückgreifen.

»Einen Ferienjobber darf ich nicht einfach auf einen Gabelstapler setzen, dafür braucht er eine Schulung«, erzählt Golling. Mit beiden Beschäftigungsarten, den Zeitarbeitern und den Ferienjobbern, habe man gute Erfahrungen gemacht, weshalb man bei Sander auch gerne auf beide zurückgreift – wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse dies zuließen.

Diese sind nicht nur im Ortenaukreis in der Tendenz wieder viel besser als noch vor einem Jahr. Der Stuttgarter Autobauer Daimler zum Beispiel erwartet für 2010 satte Gewinne, weshalb auch Ferienjobber wieder eingestellt werden. Bei der Kurzarbeit 2009 gab es für Schüler und Studenten in den Daimler-Werken dagegen nichts zu holen.

Der Autozulieferer Bosch schaut ebenfalls wieder positiver in die Zukunft. Deshalb gibt es im Großraum Stuttgart auch rund 1 000 Ferienjobs gegenüber keinem einzigen im vergangenen Jahr.

Doch auch diesen Sommer geht es nicht allen Unternehmen gut. Der Automobilzulieferer ZF, größter Arbeitgeber in der Bodenseeregion, lässt am Stammsitz in Friedrichshafen kurzarbeiten. Rund ein Drittel der Belegschaft ist davon betroffen. Fazit für Schüler und Studenten: Jobben bei ZF in diesem Sommer unmöglich.

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