Weichen für Betriebsrat gestellt

Freitag, März 10, 2017
Ernst Umformtechnik: Mitarbeiter des Oberkircher Automobilzulieferers wählen voraussichtlich im Mai
Weichen für Betriebsrat gestellt
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Archivfoto: Ernst Umformtechnik

Die Vorbereitungen für eine Betriebsratswahl beim Automobilzulieferer Ernst Umformtechnik laufen. Gewählt wird der Betriebsrat voraussichtlich im Mai. Gestern Nachmittag wurde zunächst ein dreiköpfiger Wahlvorstand bestimmt. Dafür stellten sich drei Mitarbeiter zur Verfügung, die die Idee einer Betriebsratsgründung bei Ernst in den vergangenen Monaten forciert hatten. 
Bei der Betriebsversammlung ließen sich drei Gegenkandidaten aufstellen, davon zwei aus dem Mitarbeiterbeirat, der bisherigen Arbeitnehmervertretung. Nach Angaben des neuen Wahlvorstands-Vorsitzenden Ralf Stiller, Indus-
triemeister bei Ernst, wurde in geheimer Wahl abgestimmt. 
Stiller und zwei Kollegen hätten sich dabei gegen die Kandidaten aus dem Mitarbeiterbeirat mit großer Mehrheit durchgesetzt. Für die IG Metall nahm die 2. Bevollmächtigte Lea Marquardt an der Betriebsversammlung teil. »Wir haben diese organisatorische Unterstützung angeboten, damit die Wahl regelkonform abläuft und nicht angefochten werden kann«, sagte Marquardt. Unterstützung habe es auch von der Geschäftsleitung gegeben. 
Wunsch respektiert
Geschäftsführer Matthias Ernst nahm an der Betriebsversammlung ebenfalls teil, hatte aber entsprechend der gesetzlichen Vorgaben kein Rederecht. »Selbstverständlich stellt sich das Unternehmen nicht gegen den Mitarbeiterwunsch«, sagte er im Anschluss daran gegenüber der ARZ. Jedes Gremium, das eine partnerschaftliche, konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens anbiete, sei als Gesprächspartner willkommen. 
»Die Gespräche zwischen der Geschäftsleitung und dem neuen Betriebsrat sollten aber ohne Beeinflussung durch Dritte stattfinden«, erklärte Ernst. Der Mitarbeiterberat (siehe Stichwort) habe sich bereits aufgelöst.
Der Kaufmännische Geschäftsführer wünschte sich, dass die Arbeit des Mitarbeiterbeirates vom Betriebsrat fortgesetzt werde, »um gemeinsam zukunftsorientierte Lösungen für das Unternehmen zu erarbeiten«.
Unternehmenswohl
Das Wohl des Unternehmens hat auch Stiller im Blick: »Das Wir wird groß geschrieben.« Die Entscheidung für den kommenden Betriebsrat schaffe dafür den notwendigen gesetzlichen Rahmen: »Diese Rückenstärkung brauchen wir.« Er sei glücklich über das Ergebnis und freue sich auf die Aufgabe. 
Der 52-jährige Industriemeister und seine beiden Mitstreiter aus dem Wahlvorstand wollen sich um ein Amt in dem neuen Gremium bewerben. Die Arbeit im Betriebsrat sieht Stiller als Herausforderung: »Die Kollegen haben eine klare Erwartungshaltung. Es war der Wunsch der Belegschaft, einen Betriebsrat zu gründen.« Dem müssten die Mitarbeitergremien jetzt gerecht werden. Stiller weiter: Der Betriebsrat werde über den notwendigen Einfluss verfügen, um ein gewisses Maß an Mitbestimmung zu erreichen.