Stinker unter sich

Freitag, Juni 16, 2017
Der Diesel und die Fahrverbote
Stinker unter sich
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Archiv

Der Diesel, ein Auto aus längst vergangener Zeit? Ein Umweltsünder, eine Gesundheitsgefahr für die Menschen? Nicht erst seit der derzeitigen Debatte über Fahrverbote in Stuttgart oder jetzt München muss man diese Fragen mit einem Ja beantworten. Der Diesel verpestet die innerstädtische Luft und gefährdet die Menschen mit  gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxiden. Das ist die Wahrheit. Aber eben nur ein Teil davon.

Viele Besitzer neuerer Fahrzeuge haben sich dafür entschieden, weil sie an die Einhaltung der hohen Abgasnormen und niedrigen Verbrauchswerte glaubten. An das gute Gefühl, etwas fürs Klima zu tun. Dazu wurden sie sogar von der Industrie und dem Staat durch günstige Konditionen ermuntert. Der VW-Skandal, aber auch die Folgeskandale bei anderen Automarken haben diese Gewissheiten zunichte gemacht. Dieselfahrer sind zu den Umweltsäuen der Nation geworden. Der Wert ihrer Autos ist deshalb im freien Fall, und mit Fahrverboten beginnt ihre schleichende Enteignung. Das alles ist wahrlich nicht fair. Denn die Fahrer können am wenigsten für den Schlamassel. 

Deshalb muss die Politik endlich handeln und entscheiden, wie sich die Probleme nun möglichst sinnvoll lösen lassen. Wie also mit Fahrverbot generell umgegangen werden soll;  ob und wie die Hersteller bei der Umrüstung auf modernere Diesel-Technik in die Pflicht genommen werden können – und wie es weitergehen soll mit den täglichen Verkehren in den Städten. Also auch über den Umgang mit öffentlichen Diesel-Stinkern wie Bussen oder Taxen. Nur gilt bisher leider: Eine Bundesregierung, mehrere Meinungen. Davon hat niemand etwas – weder die Diesel-Besitzer, noch die Umwelt, aber auch nicht die Politik.