Start der Europamesse in Straßburg

Freitag, September 1, 2017
Möbel, Unterhaltungselektronik, Gastronomie und vieles mehr: Frankreichs zweitgrößte Verbraucherschau öffnet heute wieder
Start der Europamesse in Straßburg
Fotograf: 
Philippe Stirnweiss

Denn während Spezialmessen seit Jahren im Aufwind sind, hat Frankreichs zweitgrößte Verbraucherschau ein wenig von ihrem Glanz früherer Zeiten verloren. 
Der Einbruch der Besucherzahlen im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf rund 174 400 war für die Europamesse ein schwerer Schlag. Erhofft hatte man sich, nicht zu sehr unter der Schwelle von knapp 200 000 zu bleiben. Als Gründe für den Einbruch der Besucherzahlen wurden unter anderem der Ausnahmezustand nach mehreren Terroranschlägen genannt sowie die Bauarbeiten auf einem Teil des Messegeländes unweit des Europäischen Parlaments für das geplante internationale Geschäfts- und Büroviertel Archipel. 
Dabei hatte Strasbourg Evenements große Hoffnungen in das Können und die Erfahrung des Event-Veranstalters GL Events aus Lyon gesetzt, das auf diesem Gebiet einer der Weltmarktführer ist. GL stieg im September 2014 mit 47 Prozent an dem bis dahin zu 73 Prozent von der Stadt und Eurometropole Straßburg getragenen Unternehmen Strasbourg Evenements ein. Deren Anteil beträgt heute mit 50,1% noch die knappe Mehrheit.
Für die diesjährige Europamesse, die bis zum 11. September geht, setzen die Veranstalter auf mehrere Neuerungen. Die Messe soll vor allem »festlicher« werden. Dazu wurde Kuba mit seinen tanzenden Rhythmen als Gastland eingeladen. »Einfach, um den Sommer zu verlängern, indem man die Hitze des Landes genießt«, wie es Nawel Rafik-Elmrini, städtische Beigeordnete und Präsidentin von Strasbourg Evenements, bei der Vorstellung des Programms ausdrückte. Es wird Einführungskurse in den Salsa-Tanz geben, Konzerte kubanischer Gruppen und sogar ein eigens für die Messe kreiertes Getränk, den »Pink Mojito«. 
Eine weitere große Neuerung sind die verlängerten Öffnungszeiten. Die Messe wird täglich von 10 bis 20 Uhr offen sein, bislang war um 19 Uhr Schluss. Zu den Nachtöffnungszeiten bis 22 Uhr an den zwei Samstagen kommt neu der Donnerstag hinzu. Ferner ist der Eintritt jeden Abend ab 18 Uhr gratis, »um die Leute dazu zu bewegen, nach der Arbeit zu kommen, die aber keinen vollen Preis für die kurze Restzeit zahlen möchten«, sagte Rafik-Elmrini.
Um der Messe einen jüngeren Anstrich zu geben, wird die gesamte Halle 9 der Popkultur und dem Thema »Japan Gamer Geek«, also den Fans japanischer Spiele, gewidmet. Die Besucher können dort kostenlos Videospiele testen – und die japanische Kultur durch zwei Ausstellungen zu Mangas und Cosplays (japanisches Kostümspiel). Ein Cosplayer verkleidet sich vorwiegend als ein Charakter aus einem japanischen Comic (Manga), Animationsfilm (Anime) oder Computerspiel.