Private Zimmervermittlung: Fluch oder Segen?

Donnerstag, Februar 19, 2015
Das Angebot klingt verlockend: Über Online-Portale wie Airbnb und Wimdu können Privatleute ihre Wohnungen vermieten – wie ein Hotelzimmer, nur für Gäste meist deutlich günstiger. Echte Hotels sehen darin einen unfairen Wettbewerb, während Großstädte den Verlust von günstigem Wohnraum befürchten. Der Kampf um die Betten hat begonnen.
Christopher Lück, Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
Fotograf: 
Dehoga

Wer viel unterwegs ist, kennt das Gefühl: Irgendwie haben alle Hotels etwas gemeinsam. Ob es das genormte Bett ist, das Bad mit Föhn und Rasierspiegel oder das Rührei beim Frühstück: Erwartbarer Standard. Schlimm ist das nicht, oft sogar beruhigend, aber eben auch nicht der große Kick, besonders für eventhungrige junge Reisende. Spannender geht es auf Internetportalen wie Airbnb, Wimdu oder 9flats zu, mit denen man nicht nur in fremde Städte, sondern auch in fremde Eigenheime eintauchen kann. Zum Preis eines Hotelzimmers – und oft auch deutlich darunter – lassen sich dort sogar komplette Wohnungen buchen.
Natürlich behagt es nicht jedem, bei Wildfremden zu übernachten – was einer der Gründe ist, warum Hotels die Idee lange belächelt haben. Doch die Zeiten ändern sich. Airbnb, der größte Player in der privaten Zimmervermittlung, kommt inzwischen auf über eine Million Inserate in 34.000 Städten. Airbnb steht für „Airbed and Breakfast“, also Luftmatratze und Frühstück, und spielt damit auf individuelles, günstiges Reisen an. Im Grunde handelt es sich um ein klassisches Ferienwohnungsgeschäft. Mit zwei gravierenden Unterschieden: Erstens kann nun die ganze Welt sehen, wenn bei Oma Irmgard in Hinterzarten ein Zimmer frei ist. Zweitens ist ein Zwischenhändler von der Partie, der die Hand aufhält. Sowohl Gäste als auch Vermieter müssen Provision zahlen; bis zu zwölf Prozent des Übernachtungspreises werden fällig.
„Die in der Werbung kultivierte Sozialromantik dient dem knallharten Marktkalkül“, schimpft Christopher Lück vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Die Branche ist verärgert über den ihrer Ansicht nach „unfairen Wettbewerb“. Lück sagt: „Es kann nicht angehen, dass Hotels mit immer kostenintensiveren Auflagen zu Brandschutz, Hygiene, Sicherheit und Barrierefreiheit überzogen werden. Gleichzeitig schwingt sich ein davon völlig unbehelligter Markt zum Konkurrenten auf.“ Dementsprechend schlecht kommen die Onlinedienste im Jahresbericht des Deutschen Hotelverbands (IHA) weg. Der Markt sei „grau und undurchsichtig“ heißt es, oft kämen ganze Schulklassen in privaten Appartements unter. Fazit: „Kein Check-in, keine Erfassung der Personalien, oftmals nicht einmal eine Rechnung.“
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