Merck investiert im Elsass

Mittwoch, Februar 15, 2017
Zwei neue Produktionslinien in Molsheim in Betrieb genommen / Zwölf Millionen Euro
Merck investiert im Elsass
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Merck

Merck Millipore, die Life-Science-Sparte des Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmens Merck, hat am elsässischen Standort Molsheim zwei zwölf Millionen Euro teure neue Fertigungslinien für sogenannte »mikrobiologische Fertigmedien« in Betrieb genommen Bei diesen auch »Ready-to-use (RTU) Media« genannten Produkten handelt es sich um Instrumente wie Röhrchen, Kontaktplatten oder Indikatorstreifen mit einem Fertig-Nährboden, die zur Erkennung von mikrobiologischen Verunreinigungen der Umgebungsluft oder Oberflächen durch Bakterien, Schimmelpilze, Salmonellen oder Ähnlichem verwendet werden.
Die Produkte werden vor allem in der Produktion und Qualitätssicherung der Pharma-, Nahrungsmittel- und Körperpflege-Industrie eingesetzt. Merck hat diese Produktfamilien 2011 im Rahmen der Übernahme der Mikrobiologie-Sparte der Firma Biotest aus Dreieich südlich von Frankfurt erworben. 
Der Darmstädter Konzern reagiert mit der Erweiterung seines weltweit drittgrößten Fertigungsstandortes in Molsheim auf die steigende Nachfrage nach diesen »mikrobiologischen Fertigmedien« durch immer strengere Gesetze, wie die bei Merck für Marketing und Innovation zuständige Theresa Creasay bei der Eröffnung sagte: »Unsere RTU-Fertigungslinien sind der Schlüssel für unsere Biomonitoring-Aktivität vor allem auf dem Pharmazie-Markt in Nordamerika.«
Die Übername von Biocontrol Systems, einem globalen Anbieter im Bereich der Lebensmitteltestung, im Januar erlaube es Merck, den Kunden in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ein umfassendes Angebot an Fertigtests zu liefern. Millipore Merck wolle einfach anwendbare, zuverlässige und praktische Lösungen für die Anwender schaffen, sagte Creasey.
An der Belastungsgrenze
Die zwei zusätzlichen Fertigungslinien und ein neuer Reinraum in Molsheim sollen auch den deutschen Merck-Standort Eppelheim bei Heidelberg entlasten, der bei der Produktion von Fertigkassetten mit Nährböden an der Belastungsgrenze angelangt sei. 
Darüber hinaus werden die bisher auf dem Firmengelände in Molsheim verstreuten Forschungs- und Entwicklungslabore und -abteilungen in einem Innovations-Center zusammengelegt. Die Zusammenlegung erlaubt es beispielsweise, dass die Prototyp-Abteilung nahezu in Echtzeit auf 3-D-Druckern ausgedruckte Prototypen an die zehn angrenzenden Entwicklungslabors schickt. 
Molsheim war schon immer ein wichtiger Standort für Merck Millipore, seit das Werk 1972 in Betrieb genommen wurde. Im Werk Molsheim sind rund 1400 Mitarbeiter beschäftigt. Neben laufenden Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben fertigt Merck Millipore an diesem Standort rund 10 000 Referenz-Produkte für die Bereiche Bio Monitoring (Überwachung der Umweltqualität mit Hilfe von Organismen (Bioindikatoren)), Laborwasser sowie Biopharm Process Solutions.
50.000 Beschäftigte
Der Standort Molsheim erzielte im vergangenen Jahr eine Milliarde Euro Umsatz. Der gesamte Merck-Konzern, der weltweit 50.000 Mitarbeiter in 60 Ländern beschäftigt, erwirtschaftete im selben Zeitraum Einnahmen in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.