Marios Tampris will Klinik St. Anna in Griesbach verkaufen

Donnerstag, April 20, 2017
Hotelbetrieb soll bis zum Sommer wieder möglich sein / Investitionen geplant
Marios Tampris will Klinik St. Anna in Griesbach verkaufen
Fotograf: 
Rüdiger Knie

2009 hatte der israelische Investor Marios Tampris die damalige Klinik St. Anna nach einer Insolvenz gekauft. Damals soll er rund eine Million Euro dafür bezahlt haben. Eine Zahl die offiziell nie bestätigt wurde. Nach einer weiteren Insolvenz wurde der Klinikbetrieb eingestellt, ein Teil als Hotel genutzt.
Nach einem Wasserschaden im vergangenen Winter ist auch der neuere Teil des Gebäudekomplexes vorläufig nicht nutzbar (siehe Hintergrund). Tampris hatte dort vorwiegend im Sommer israelische Reisegruppen einquartiert. Die Akquise hatte er dort selbst übernommen. »Ich bin eigentlich Touristiker und kein Hotelier und vermarkte in Israel den Schwarzwald«, erzählt er im ARZ-Gespräch. Er sieht sich deshalb als »Vater des Geschäftes mit den Israelis im Schwarzwald«. Das seien inzwischen rund 250 000 Urlauber pro  Jahr, die sechs bis sieben Tage in der Region verweilten. Reparaturstau, veraltete Technik, teure Energie – »es gab viele Schläge und Verluste in den vergangenen Jahren mit St. Anna«, berichtet Tampris, der sich seitens der Gemeinde eine finanzielle Unterstützung an den Betriebskosten des Thermalbades gewünscht hätte.
Die finanzschwache Gemeinde hatte diese Subvention wiederholt abgelehnt. Mit mehreren Kaufinteressenten, berichtet der Eigentümer, sei er sich in der Vergangenheit nicht einig geworden.  »Die waren nicht seriös«, erzählt er. Ihm selbst hafte im Ort kein gutes Image an. »Ich hatte nie eine Chance, meine touristischen Ideen umzusetzen.« Er musste sich wiederholt vorwerfen lassen, Investitionen nicht zu realisieren. Das bestreitet Tampris: »Ich habe viel Geld investiert.« Deshalb sei es nur fair, »dass ich für meine volkswirtschaftliche Leistung honoriert werde.« Das Objekt hat er einem Makler für den Verkauf übergeben (siehe Stichwort). Aufgegeben hat er die Immobilie trotzdem noch nicht. Um den Betrieb weiterzuführen, will er in neue Heiz- und Kühltechnik investieren. Ob das passiert, daran hat mancher im Ort Zweifel.
Denn das Konzept sei schon zwei Jahre alt. Auf jeden Fall seien in Israel, so Tampris, die fehlenden Klimanlagen Standard. Statt Heizöls sollen Fotovoltaik und Blockheizkraftwerk die Energieversorgung sichern. Aufträge seien noch nicht vergeben. Bis Sommer will er einen Teil der Zimmer wieder in Betrieb nehmen. Zur Höhe der Investitionen möchte sich Tampris nicht äußern. Sein persönliches Fazit: »St. Anna steht besser da als vor meiner Übernahme.«