Handel: »So richtig gut ist die Stimmung nicht«

Dienstag, September 12, 2017
Nach Angaben des Verbands hat sich die Ertragslage bei vielen verschlechtert
Handel: »So richtig gut ist die Stimmung nicht«
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Freiburg (mfö). Schon im Frühjahr hatte der Handelsverband Südbaden geschnauft: Immer weniger Schweizer kommen zum Einkaufen nach Freiburg und in das südbadische Umland. Auf seiner gestrigen Pressekonferenz hat der Verband diesen Trend bestätigt. Und er trägt noch eine andere Sorge mit sich: In den Geschäften wird offenbar immer öfter geklaut.
»Offiziell  registriert werden jährlich nur knapp 400 000 Ladendiebstähle«, sagt Olaf Kather, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Südbaden, dessen Verbandsgebiet bis Rastatt reicht. Die Handelsforscher vom EHI-Institut in Köln schätzen hingegen, dass es 65-mal so viele Diebstähle sein könnten. 26 Millionen pro Jahr. Das wären – die Sonntage nicht mitgezählt – ungefähr 85 000 pro Tag. »Viele Händler fühlen sich ohnmächtig, wenn es um das Thema geht«, sagt Verbandspräsident Philipp Frese.
Der Handel beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden auf 2,26 Milliarden Euro. Den Schaden und auch die Ausgaben für Diebstahlschutz müsse der Handel schließlich an alle Verbraucher weitergeben. Kather fordert, die Möglichkeiten zu Videoüberwachung zu erleichtern. Außerdem sollten die Strafen erhöht und die Polizeipräsenz verstärkt werden.
»So richtig gut ist die Stimmung nicht«, sagt Frese. Landesweit ist der Handelsumsatz zwar um 2,6 Prozent gestiegen. Aber im ersten Halbjahr meldet laut Verband nur jeder dritte Einzelhändler höhere Umsätze. 48 Prozent sagen sogar, dass sie weniger verkauft haben als im Vorjahreszeitraum. Die Ertragslage hat sich sogar bei 51 Prozent der Händler verschlechtert. 
Ein wichtiges Thema ist für den Verband auch die seiner Meinung nach sinkende Attraktivität von Innenstädten. Speziell in Freiburg hielten Großbaustellen und großflächige Leerstände, wie etwa in der Konviktstraße, die Kunden fern.