Geschäft bei Tesa zieht deutlich an

Freitag, August 4, 2017
Hersteller von Klebefilm kann vor allem in Asien den Schalter umlegen / Rendite deutlich verbessert
Geschäft bei Tesa zieht deutlich an
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Tesa

Der Klebefilmhersteller Tesa lässt die Schwierigkeiten der Vergangenheit beim Asien-Geschäft hinter sich und ist im ersten Halbjahr stark gewachsen. Wie die Konzernmutter Beiersdorf am Donnerstag in Hamburg mitteilte, konnte Tesa seine Einnahmen in den ersten sechs Monaten um neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 610 Millionen Euro steigern. Der Umsatz in Afrika/Asien/Australien legte überproportional um 21,5 Prozent auf 170 Millionen Euro zu. 2016 hatte Tesa in Asien noch deutliche Probleme, das Geschäft mit der dort konzentrierten Elektronikindustrie brach damals ein.
Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 23,1 Prozent auf 110 Millionen Euro, dementsprechend verbesserte sich die Umsatzrendite von 16 auf 18,1 Prozent. »Zu dieser positiven Umsatzentwicklung haben sowohl das Industriegeschäft als auch das Geschäft mit den Endverbrauchern beigetragen«, hieß es.
Mit rund 400 Mitarbeitern und einer Jahresproduktionsmenge von rund 250 Millionen Quadratmetern Klebefilm ist das Tesa-Werk Offenburg der weltweit größte Produktionsstandort innerhalb des Hamburger Tesa-Konzerns. 70 Prozent der in Offenburg hergestellten Produkte werden in der Industrie weiterverarbeitet. Zu den Kunden gehören Audi, BMW, Daimler, VW, BASF, Bosch und Siemens. 
Der schwere Hacker-Angriff Ende Juni ging an Tesa und Beiersdorf  nicht spurlos vorbei. Vorübergehend kostete die Hamburger die Attacke rund 35 Millionen Euro Umsatz, wie Beiersdorf mitteilte. In den ersten sechs Monaten erhöhte sich der Umsatz des Konzerns aus eigener Kraft um 3,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres auf 3,51 Milliarden Euro. Ohne die Attacke auf die Computersysteme des Unternehmens wären es 4,4 Prozent gewesen. »Dieser Umsatz ist nicht verloren, sondern verschoben«, sagte Beiersdorf-Chef Stefan F. Heidenreich. Die Umsätze würden im dritten Quartal nachgeholt; der Ausblick für das Gesamtjahr gehalten.
Kein Geld gezahlt
Einzelne Geschäfte konnten nicht mehr ausgeführt werden, andere wurden mit Verzögerung verbucht. Eine Cyber-Attacke hatte Ende Juni eine ganze Reihe von Unternehmen und Behörden weltweit lahmgelegt. Betroffen waren unter anderem der US-Pharmakonzern Merck, der Logistikriese Fedex und die Reederei Maersk. Die Täter wollten hohe Geldsummen erpressen. Beiersdorf hat nach Angaben von Heidenreich nicht gezahlt.