Generation Help: Wenn Studenten Firmen beraten

Donnerstag, Februar 26, 2015
Personal coaching, Managementconsulting, Studienberatung: Überall suchen Menschen Rat. Das spüren auch studentische Unternehmensberatungen. Sie sind günstiger als professionelle Consultants, ihre Ideen jung und frisch. Und der Nachwuchs sammelt wichtige Erfahrungen.
Lydia Beck, ehemaliges Vorstandsmitglied von Delta e.V., Karlsruhe.
Fotograf: 
Delta

Eis verkaufen im Sommer, kellnern im Winter – das ist nichts für Michael Guffler. Statt seine Zeit mit irgendwelchen Nebenjobs zu verschwenden, engagiert sich der 23-Jährige lieber als Vorsitzender der fächerübergreifenden Unternehmensberatung Karlsruher Studenten, kurz Fuks e. V., am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Zwar ist die Arbeit im Verein zunächst einmal gemeinnützig und damit ehrenamtlich, doch wenn eine Projektgruppe einen Kundenauftrag ergattert, kann diese richtig Geld verdienen. Für einen achtstündigen Arbeitstag kassiert jeder Berater 300 bis 350 Euro. Was für die Studenten ein lukrativer Job ist, ist für die Auftraggeber eine günstige Alternative zu professionellen Consultants. Das Geld stehe jedoch nicht im Vordergrund. Die Kernmotivation der mehr als 100 Fuks-Mitglieder besteht laut Guffler darin, schon während des Studiums erste Berufserfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und sich weiter zu entwickeln.
Das sieht Lydia Beck nicht anders. Die 24-jährige Offenburgerin ist ehemaliges Vorstandsmitglied der zweiten studentischen Unternehmensberatung Karlsruhes, Delta e. V., sowie Ex-Geschäftsführerin der Delta Karlsruhe GmbH. Obwohl auch Delta am KIT ansässig ist, über 100 Mitglieder zählt und sich die Leistungsspektren beider Firmen überschneiden, vermeiden Guffler und Beck das Wort Konkurrenzkampf. „Wir haben andere Kernberatungsfelder als Fuks. Zu unseren gehören Qualitätsmanagement, Business-Strategien, IT und Marketing“, erklärt Beck. Zwar haben auch immer wieder kleine Start-up-Unternehmen und international tätige Konzerne wie BMW, VW, Hewlett  Packard und Airbus die Delta-Dienste in Anspruch genommen, der typische Fall sieht aber anders aus: „Oft kommen regionale Mittelständler auf uns zu, deren ISO-Zertifizierung wir vorbereiten sollen. Wir gehen in den Betrieb, nehmen die Prozesse auf und optimieren sie. Unternehmen müssen Qualität als Wettbewerbsvorteil immer stärker hervorheben. Sie wissen: Wir sind die Spezialisten auf diesem Gebiet“. Und das lässt sich Delta gut bezahlen: Je nach Projektart werden etwa 350 Euro pro Person und Beratertag fällig, manchmal auch mehr.
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