Firma LuK investiert 9 Millionen Euro in Kappelrodeck

Donnerstag, Februar 9, 2017
Größter Arbeitgeber des Achertals setzt weiterhin auf den Produktionstandort Kappelrodeck / 60 weitere Facharbeiter gesucht
Firma LuK investiert 9 Millionen Euro in Kappelrodeck
Fotograf: 
Roland Spether

»Innovation, Technologie und eine gute Basis für die Zukunft waren für Schaeffler entscheidende unternehmerische Argumente, in den Standort in Kappelrodeck zu investieren«, sagte Matthias Zink, Vorstand Automotive der Schaeffler AG beim Spatenstich zur Werks­erweiterung am Donnerstag. Ziel sei es, zum 1. September 2017 mit dem Anbau fertig zu sein, um 20 neue, hochmoderne Werkzeugmaschinen in Betrieb zu nehmen. Die Produktionsfläche wird dadurch von 3000 auf zirka 5100 Quadratmeter erweitert, die Pläne stammen vom Architekturbüro Wurm+Wurm aus Bühl und die Arbeiten übernimmt Huber-Bau aus Ottenhöfen. 
Mutiger Schritt

Als sich die LuK 1999 in Kappelrodeck ansiedelte, war dies damals ein »mutiger unternehmerischer Schritt«, weg vom Stammwerk in Bühl in ein Tal zu gehen, so Zink. Es schien dies gegen jede unternehmerische Logik zu sein, doch es sei richtig gewesen, da von LuK neue Ressourcen erschlossen, aber auch Qualifikationen für neue Facharbeiter angeboten wurden.

Waren es anfangs 29 Mitarbeiter, so sei die Zahl aktuell auf 200 »hoch qualifizierte Facharbeiter« angestiegen, weitere 60 würden gesucht. Der Mut von damals habe sich ausgezahlt, der Standort habe sich »hervorragend entwickelt« und dies erhoffe man sich auch von der Erweiterung. Von der Unternehmensleitung gab es gerade im Blick auf Arbeits- und Lohnkosten einige Überlegungen, ob diese Investition überhaupt in Deutschland vorgenommen werden soll. Doch die Entscheidung fiel klar für Kappelrodeck aus, da hier motivierte, innovative Mitarbeiter tätig seien und das Werk bisher alle Erwartungen »übererfüllt« habe, so das Kompliment von Matthias Zink an Werksleiter Wilfried Schwenk.

»Heute ist nicht nur ein guter Tag für LuK und Schaeffler, heute ist ein sehr guter Tag für Kappelrodeck, das Achertal und die gesamte Region«, sagte Bürgermeister Stefan Hattenbach. Aus einer »vorsichtigen Annäherung und Verliebtheit« sei eine »stabile Beziehung geworden«. Denn »die LuK gehört zu Kappelrodeck und Kappelrodeck gehört zur LuK«, sagte der Bürgermeister.

Die ganze Gemeinde mit Kindergärten, Schulen und Vereinen würde von der Gewerbesteuer profitieren, doch dieses Geld müsste im Unternehmen erst einmal erwirtschaftet werden.
Ein Fünftel aller Jobs

Die LuK sei schon heute der größte Arbeitgeber des Achertals, deren 200 Arbeitsplätze würden etwa 20 Prozent aller Arbeitsplätze in Kappelrodeck ausmachen. »Als Wohngemeinde in Talausgangslage ist jeder Arbeitsplatz Gold wert, 60 neue sind ein ganz großer Wurf in der wirtschaftlichen Entwicklung«, freute sich Hattenbach: »Ich bin mir sicher, dass auch die Firma Luk als weltbekannte Innovationsschmiede und Motor der Region weiterhin davon profitieren wird.«